Ein Gletscherberg über den mächtigen Gepatschferner, dessen Gipfel aus einer großen, flachen Eiskuppe besteht.
Aufstieg: Gleich hinter der Kapelle der Hütte 2542m
führt der "Richter Steig" - der Weg zum Brandenburger Haus - immer
in östliche Richtung auf dem aperen und panoramareichen
Südhang problemlos talein bis zur Fels- und Eisbarriere der
Langtauferer Eiswände (auch Vernagl Wände). Bis hierher kann
man die Tour als Wanderung machen wobei man einen großartigen
Blick zum Gletscherbruch und dem Langtauferer Ferner mit der
Weißkugel und der Langtauferer Spitze genießt. Ab hier
führt der etwas ausgesetzte Steig (Vorsicht bei Vereisung!)
nördlich über teils gesicherte Felspassagen hoch zum
Gepatschferner. In einem flachen Becken am Fuße des Ferners kann
man nun Steigeisen, Seil und Pickel auspacken und über ihn
aufsteigen. Gleich am Anfang muss eine etwas steileren Rampe
überwunden werden - evtl. heikel bei Blankeis! - ehe man dann ein
sanftes Gletschergelände erreicht. Nach links (nördlich) geht
es nur leicht ansteigend unweit vom linken Felskamm Richtung
Weißseespitze; gerade aus (östlich) hingegen geht es zum
Brandenburger Haus. Wir steigen also ca. 2 km nach NNW - unbedingt
angeseilt, tückische Spalten! - über sanfte Mulden und
Hänge in Richtung Weißseespitze, dessen schönes
Gipfelkreuz auf einem Felsvorsprung steht.
Tipp: Um die evtl. heikle Steilstufe am Gletschereinstieg zu
umgehen, und auch wegen der lohnenden Aussicht, ist es empfehlenswert
die Variante über das Felsgelände links zu wählen, wobei
man dort gleich Markierungen und auch in Paar Steighilfen findet, die
uns zu einem markanten Punkt mit tollem Ausblick (siehe Tour in
Bildern) führen, wo noch die Reste eines Pfosten der
Materialseilbahn stehen, die einst zum Bau des Brandenburger Haus
errichtet wurde. Von hier aus haben wir einen klaren Überblick
über den restlichen Weg und nach kurzem Abstieg in nordwestlich
Richtung, betreten wir wieder den Gletscher und steigen über ihn
problemlos (anseilen ist absolut notwendig!) in Richtung NNW über
sanfte Mulden hoch Richtung Gipfel.
Abstieg: Längs der Aufstiegsroute. Selbst wenn man zum
Brandenburger Haus will, muss man auf auf dem Gletscher fast 2 km
zurück gehen, ehe man dann im Linksbogen nach Osten das
Kesselwandjoch anpeilt, auf dessen linken Felshang auf 3272m die
Hütte steht.
Aufstiegszeiten: von der Hütte 3 - 4 Std.
Höhenunterschiede: von der Hütte 1000m
Hinweise/Schwierigkeiten: Die Tour ist technisch nicht besonders
anspruchsvoll, sie erfordert aber gute Kondition. Da es sich um eine
Gletschertour handelt, ist natürlich die grundlegende
Eisausrüstung (Seil, Steigeisen und Pickel) absolut erforderlich.
Im flachen Gelände des riesigen Gepatschferners sind gute
Sichtverhältnisse notwendig.
Karten: Tabacco Vinschgauer Oberland 1:25.000 Nr.043 - Kompass
Vinschgau 1:50.000 Nr.52 - AV Alpenvereinskarte Ötztaler Alpen
Weißkugel 1:25.000 Blatt Nr.30/2
